Lerntypen
Wie lerne ich am besten? Was ist die beste Lerntechnik? Diese Fragen haben sich Lernende schon oft gestellt und es ist gar nicht so leicht, eine Antwort darauf zu finden. Aber es gibt einige Hinweise, wie diese Antwort lauten kann, denn Menschen unterscheiden sich beim Gebrauch ihrer Sinnesorgane und in der Verarbeitung von Lernstoff im Gehirn. Diese Unterschiede kann man auf persönliche Merkmale, Gewohnheiten und bisherige Erfahrungen zurückführen, sowie auf erbliche Dispositionen. Solche Unterschiede sind deshalb für das Lernen von Bedeutung, da sich manche Menschen mit einer Lerntechnik plagen, die für sie nicht unbedingt die günstigste ist. Weiß man aber, mit welcher Methode man sich leichter tut, kann man versuchen, diese ganz gezielt häufiger einzusetzen.

Die Lernstile sind
- visuell (räumlich) - bevorzugte Verwendung von Fotos, Bildern und räumlichen Verständnis
- auditativ (auditativ-musisch) - bevorzugte Verwendung von Ton und Musik
- verbal (linguistisch) - bevorzugte Verwendung von Wörtern in der Sprache wie auch in der Schrift
- physisch (kinästhetisch) - bevorzugte Verwendung von Körper, Händen und Tastsinn
- logisch (mathematisch) - bevorzugte Verwendung von Logik, Berechnung und Systemen
- sozial (interpersonal) - bevorzugtes Lernen in Gruppen oder mit anderen Menschen
- solitär (innerpersonal) - bevorzugtes Lernen alleine und selbständig
Quelle: Institut für Pädagogik und Psychologie, Johannes Kepler Universität Linz; Learning Styles Online

Links:
Institut für Pädagogik und Psychologie, Johannes Kepler Universität Linz
Hier können Sie einen Lerntyp- Test machen
David Keirsey Keirsey Persönlichkeitstest (auch auf Deutsch)
Neurodiversity.com: Intelligence & Learning Styles
Learning Styles Online
University of Minnesota Duluth Student Handbook - Learning Styles
NC State University: Index of Learning Styles Questionnaire



Visuell-räumliche Denker
In Schulen wird oft nur verbale Intelligenz gemessen. Die Talente visuell-räumlich denkender SchülerInnen bleiben dort unentdeckt und ungefördert, sie sind stark benachteiligt und manche schaffen trotz ihrer Begabung die Schule oder den fürs Studium benötigten NC nicht. Viele Menschen im autistischen Spektrum und mit autistischen Zügen sind visuelle DenkerInnen. Albert Einsteins Talent wird manchmal auf seinen visuellen Denkstil zurückgeführt.

Links:
Das Konzept des visuell räumlichen Denkens
Visual-Spatial Thinking
Visuel-spatial learners
The Visual-Spatial Resource



Auditive Verarbeitung und Wahrnehmung
Manche Kinder haben Schwierigkeiten mit der Gedächtnisleistung für gesprochene Sprache sowie mit der auditiven Unterscheidungsfähigkeit. Bei einem Teil, besonders bei Kindern mit Leselern-Problemen, bestehen Schwierigkeiten in der visuellen Wahrnehmung. Bei einigen finden sich auch zum Untersuchungszeitpunkt noch Hörstörungen, die vom Umfeld bisher unerkannt geblieben sind, aber unbedingt behandelt werden müssen.

Links:
Auditive Verarbeitungs- oder Wahrnehmungsstörungen Pressemitteilung Universitätsklinikum Benjamin Franklin



Hohe Intelligenz und Hochbegabung
Hochbegabung führt nicht automatisch zu außerordentlichen Leistungen. Sie kann sich nur entwickeln und realisieren, wenn der junge Hochbegabte auf eine Umwelt trifft, die ihn und seine Fähigkeiten erkennt und unterstützt.

Nicht-Akzeptanz, Unterforderung, undifferenzierte Leistungsanforderungen, Ausbremsung und Mobbing sind die häufigsten Ursachen für das Leistungsversagen und für die psychischen Schwierigkeiten von Hochbegabten. Oft ist die Hochbegabung dann hinter Verträumtheit und Unkonzentriertheit, hinter Leistungsabfall und Leistungsverweigerung, hinter massiven Verhaltensauffälligkeiten im Alltag nicht mehr als solche zu erkennen.
Quelle: Netzwerk Hochbegabung Infos für Eltern, Lehrer und Schüler aus schulpsychologischer Sicht



Links:
MindD - Mensa in Deutschland e.V. Verein hochintelligenter Menschen
Dachverband Legasthenie Deutschland
Die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK)
Hochbegabtenförderung e.V.
Neurodiversity.com: Intelligence & Learning Styles
Intelligenz und Persönlichkeitstypen - Keirsey.com



Linkshändigkeit (ca. 10% der Bevölkerung)
Linkshänder sind Personen, die bevorzugt die linke Hand benutzen. Dies betrifft vor allem Tätigkeiten, die nur mit einer Hand ausgeführt werden und wenig von erzieherischen Maßnahmen beeinflusst sind. Verursacht wird die Linkshändigkeit durch eine genetisch bedingte Dominanz der rechten Hirnhälfte. Früher wurden zahlreiche Linkshänder auf die rechte Hand "umgeschult", darunter auch Prominente wie zum Beispiel Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder. Später erkannte man, dass diese "Umschulung" auf die rechte Hand negative Begleiterscheinungen hat, beispielsweise psychische Probleme, schlechtere Schulleistungen oder Sprachstörungen. Auch die Legasthenie wird in einigen Fällen als Folge der Umerziehung eines Linkshänders betrachtet. In Europa spricht man mittlerweile von der erzwungenen Umschulung als Körperverletzung, man darf dabei aber nicht unterschlagen, dass eher die Psyche von solchen Maßnahmen betroffen ist. Heute wird Linkshändigkeit auch mit Hochbegabung und künstlerischem Talent in Verbindung gebracht. Jeder zweite Elefant ist Linksrüssler, aber nur etwa jeder zehnte Mensch ist Linkshänder. Es gibt eine Diskussion darüber, ob es beidhändige Menschen gibt.
Quelle: Wikipedia - Linkshänder, Süddeutsche Zeitung



Links:
Die Deutsche Linkshänderseite Seite für Linkshänder, Eltern, Lehrer sowie Erzieher von linkshändigen Kindern
Linkshänderseite - Seite von einer Linkshänderin für andere Links- oder Rechtshänder / innen



Irlen Syndrom
Viele Kinder und Erwachsene leiden unter den Folgen des Irlen Syndroms - einer Störung der visuellen Wahrnehmung, die als Folge einer Überempfindlichkeit gegen eine oder mehrere Frequenzen des Lichtspektrums auftritt. Helen Irlen - eine amerikanische Psychologin - entdeckte, dass viele Ihrer Studenten lichtempfindlich auf bestimmte Wellenlängen des Farbspektrums reagierten. Dabei war der kritische Bereich jedoch individuell unterschiedlich. Sie entwickelte zu Beginn der 80er Jahre die Irlen Filter, deren Wirksamkeit seither in einer wachsenden Zahl wissenschaftlichen Studien bewiesen wird. Aufgrund einer gründlichen Diagnostik bestimmt ein/e speziell dafür ausgebildete/r Irlen Diagnostiker/in die für jeden Einzelnen optimale Farbe bzw. Farbkombination. Die so individuell bestimmten Filter werden dann die Symptome von Verzerrungen und Unwohlsein reduzieren oder ganz eliminieren.
Quelle: Irlen-Center

Links:
Irlen-Center
Irlen Institute



Synästhesie
Synästhetiker haben häufig zu einem Sinnesreiz zwei oder mehrere Wahrnehmungen. Sie können beispielsweise Geräusche nicht nur hören, sondern auch Formen und Farben dazu sehen. Das Geräusch bekommt zusätzlich zu den üblichen Eigenschaften diese weiteren Eigenschaften. Das Bild, das dabei entsteht, überlagert sich jedoch nur bei den wenigsten Synästhetikern mit dem Wahrgenommenen, sondern wird vor einem "inneren Auge" sichtbar. Synästhesien müssen nicht notwendigerweise mit den fünf Hauptsinnen zu tun haben. Bei Gefühlssynästhetikern erzeugen beispielsweise Sinnesreize Gefühle, oder umgekehrt. Auch abstrakte Begriffe wie eine Jahreszahl oder der Charakter einer Person können bei einem Synästhetiker als Form, Farbe oder sonstige Sinnesqualität wahrgenommen werden. Diese Synästhesien sind individuell verschieden nicht umkehrbar und identitätsstiftend für den Betroffenen "schon immer da gewesen". Z. b. ruft eine Zahl wie die 5 bei einer Person die Farbe grün hervor, und bei einer anderen Person die Farbe gelb.
Links:
Wikipedia über Synästhesie
Virtuelle Ausstellung "Synästhesie"



Sensorische Integration
Das Gehirn ordnet, sortiert und verarbeitet Sinneseindrücke, damit ein Verhalten eines Menschen sinnvoll und für ihn bedeutsam werden kann. Von einer Wahrnehmungs- und damit Integrationsstörung wird dann gesprochen, wenn fehlerhafte Abläufe trotz der Intaktheit der Sinnesorgane im Wahrnehmungsprozess entstehen (z. B. Prozess der Reizweiterleitung oder Reizverarbeitung ist gestört). Störung der visuellen Wahrnehmung, Hör- Sprachprobleme, Störung der Verarbeitung von Sinnesreizen (Autismus), entwicklungsbedingte Dyspraxie, Taktile Abwehr können vorkommen.
Quelle: Kindergarten- Workshop

Links:
Kindergarten- Workshop
What is Sensory Integration Disorder (SID)?



ADHS Spektrum
Das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom oder Hyperkinetisches Syndrom, in der Schweiz auch Psychoorganisches Syndrom entwickelt sich zu einer der bei Kindern am häufigsten als Krankheit diagnostizierten Verhaltensauffälligkeiten. Symptome von ADHS sind Impulsivität, Hyperaktivität, und Zerstreutheit. Stereotypen über Menschen mit AD(H)S reichen vom Zappelphilipp zu Autobahnrasern, von Börsenmakler über brillante Professoren. Menschen im ADHS Spektrum zeigen neurologische Unterschiede zu Menschen ohne ADHS. Es gibt Anekdoten über Hunde, Hühner und Pferde mit ADHS, und eine evolutionsbiologische Ursachen für ADHS konnte bisher nicht ausgeschlossen werden. Es gibt eine kontroverse Diskussion und über die Ursachen für ADHS Symptome.

Links:
ADHS Deutschland - Selbsthilfe für Menschen mit ADHS BV-AH, BV AÜK und AdS e.V.
ADD-Online
ADHS Netzwerk
ADHS Selbsthilfe Forum
Dachverband Legasthenie Deutschland
Attention Deficit Disorder Association ADDA is the world's largest organization for adults with AD/HD
Children and Adults with Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder (CHADD)
Born to Explore! The Other Side of ADD



Dyslexie/Legasthenie/Lese- Rechtschreibschwäche
Dyslexie, "Legasthenie" oder Lese-Rechtschreib-Schwäche (kurz LRS) wird die Erscheinung bezeichnet, dass ein Schüler trotz mindestens durchschnittlicher Intelligenz und einwandfreiem Unterricht einen deutlichen Rückstand in seiner Lese- und Rechtschreibfähigkeit gegenüber seinen Mitschülern aufweist.

Links:
Hier können Sie einen Online Dyslexia Test machen
Lernen zu Lernen e.V. Informationen rund um das Thema Legasthenie
Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.
Dachverband Legasthenie Deutschland
The International Dyslexia Association




Hyperlexie
Hyperlexie ist ein bei Kindern auftretendes Syndrom, das ein mögliches Anzeichen für Autismus ist. Die betroffenen Kinder beginnen weit vor der normalen Entwicklung zu lesen und sind stark von Buchstaben und Zahlen fasziniert. Trotz Ihrer bemerkenswerten Fähigkeiten im mechanischen Umgang mit der Sprache (Rückwärtslesen, ausgeprägtes Sprachgedächtnis (Echolalie), schnelle Buchstaben- und Silbenzählung) fehlt Kindern mit Hyperlexie das "inhaltliche" Sprachgefühl. Sie erkennen nicht die Bedeutung der von Ihnen gesprochenen Worte und Sätze und haben daher oft Schwierigkeiten im normalen sozialen Umgang mit anderen Menschen.
Quelle: http://flexicon.doccheck.com/Hyperlexie

Links:
American Hyperlexia Association

Neurodiversity.com: Hyperlexia


Dyskalkulie / Rechenschwäche
Unter Dyskalkulie (Synonyme sind Rechenschwäche oder Arithmasthenie) werden beständige Minderleistungen im Lernstoff des arithmetischen Grundlagenbereiches (Mächtigkeitsverständnis, Zahlbegriff , Grundrechenarten , Dezimalsystem) verstanden, wobei die betroffenen Schüler mit ihrer subjektiven Logik in systematisierbarer Art und Weise Fehler machen, die auf begrifflichen Verinnerlichungsproblemen beruhen. Dabei lassen sich die Erscheinungen Nominalismus, Mechanismus und Konkretismus beobachten.
Quelle: Wikipedia

Links:
Dachverband Legasthenie Deutschland
Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V.




Dyspraxie (ca. 8-10%)
Dyspraxie wurde als lebenslange Koordinations- Entwicklungsstörung klassifiziert, die häufiger bei männlichen als bei weiblichen Personen vorkommt und schätzungsweise 8-10% aller Kinder betrifft (Dyspraxia Trust, 1991) . Ripley, Daines und Barrett sagen, dass bei ausgeprägter Dyspraxie schwierig ist, seinen eigenen Körper das tun zu lassen, was wir wollen, wenn wir wollen, dass er es tut', und dass diese Schwierigkeiten als signifikant angesehen werden können, wenn sie in dem Bereich normaler Aktivitäten die von Kindern ihres Alters erwartet werden, stören. Madeline Portwood vertritt die Meinung, dass Dyspraxia keine medizinische Störung ist, sondern möglicherweise Folge unreifer Neuronenentwicklung. Dyspraxie ist Teil eines Kontinuums verwandter Koordinations- Entwicklungsstörung, und kann unter anderem auch bei Menschen mit Asperger Syndrom, Dyslexia und Dyskalkulie vorkommen. Eine Betroffende formuliert es so: "Ich denke, dass ein Großteil von Koordinationsproblemen dabei entsteht, dass man Dinge so tun muss, wie andere es "richtig" finden, und nicht so wie es bei einem individuell besser funktioniert."
Quelle: Übersetzt aus der englischen Wikipedia

Links:
Developmental Dyspraxia A Practical Manual for Parents and Professionals
The Dyspraxia Foundation




Nonverbales Lernen
Die Nonverbale Lernstörung (engl. Nonverbal Learning Disorder (NLD) ist ein neurologisches Syndrom, das durch spezifische Fähigkeiten und Defizite geprägt ist. Die Fähigkeiten beinhalten frühe Sprach- und Wortschatzentwicklung, bemerkenswertes Gedächtnis für Auswendiggelerntes, Aufmerksamkeit fürs Detail, frühe Leseentwicklung und exzellente Sprachfähigkeiten. Zusätzlich haben diese Menschen die sprachliche Fähigkeit, sich wortgewandt auszudrücken. Darüber hinaus haben Personen mit NLD ein starkes auditives Gedächtnis. Es zeigen sich auch vier Hauptkategorien von Defiziten und Störungen:
* motorisch (fehlende Koordination, schwere Gleichgewichtsprobleme und Schwierigkeiten mit der Handschrift)
* visuell-räumlich-strukturierend (Fehlen des Bildes, schlechtes visuelles Gedächtnis, fehlerhafte räumliche Wahrnehmung, Schwierigkeiten mit exekutiven Funktionen und Probleme mit räumlichen Zusammenhängen)
* sozial (Fehlen der Fähigkeit nonverbale Kommunikation zu verstehen, Schwierigkeiten sich auf Veränderungen und neue Situationen einzustellen und Defizite in der Beurteilung sozialer Situationen sowie der sozialen Interaktion)
* sensorisch (Über- bzw. Unterempfindlichkeit in einem der sensorischen Modi: visuell, akustisch, taktil, geschmacklich oder olfaktorisch).
Wie ADHS wird die nonverbaler Lernstörung wegen seinen Gemeinsamkeiten mit Autismus manchmal als schwache Form des autistischen Spektrums gesehen. In Deutschland wird NLD bisher nicht diagnostiziert.
Quelle: Wikipedia, AG Lernen

Links:
Aspies e.V. - Menschen mit ASperger-Syndrom - Eine Selbsthilfeorganisation für Menschen im Autismusspektrum. Autistische Menschen haben ebenfalls Schwierigkeiten mit nonverbalem Lernen.
NLD Gruppe Flämische Vereinigung (Holland/Beligien)
NLD Gruppen Dänemark
NLD in Großbritannien
NLDline die informativste NLD Internetseite weltweit

Nonverbal Learning Disorders Association
Nonverbal Learning Disorder on the Web

Neurodiversity.com - nonverbal learning disorders



Prosopagnosie (ca. 2% der Bevölkerung)
Personen mit Prosopagnosie erkennen andere Menschen nicht an ihrem Gesicht. Prosopagnostiker sind sehr wohl in der Lage, Gesichter als Gesichter zu identifizieren. Sie können die Mimik deuten und die Gesichtszüge beschreiben. Doch sie sind unfähig, sie einem bestimmten Menschen zuzuordnen. Bisher war dieses Phänomen vorwiegend als erworbene Prosopagnosie durch Unfälle oder Krankheiten bekannt. Die angeborene Prosopagnosie kommt allerdings familiär gehäuft vor. „Bei einer Umfrage unter rund 500 münsterschen Schülern haben wir festgestellt, dass mindestens zwei Prozent an Prosopagnosie leiden“, so Martina Grüter, die ihre Doktorarbeit über die Erblichkeit der angeborenen Prosopagnosie geschrieben hat. Ist ein Fall von Prosopagnosie bekannt, kann man davon ausgehen, dass es weitere in der Familie gibt. Dies hat ihre Auswertung von rund 50 Stammbäumen ergeben.
Quelle: gesundheitpro.de

Links:
Merkblatt für pädagogische Berufe: Prosopagnosie
Die Prosopagnosie Webseite




Autismusspektrum (ca. 1% der Bevölkerung)
Menschen im autistischen Spektrum reichen von geistig stark-behinderten Kindern bis hin zu Genies, die durch ihre Spezialinteressen und Talente die Welt wie wir sie kennen verändern. Die meisten autistischen Menschen befinden sich zwischen diesen beiden Extremen. Nicht alle haben denselben IQ, aber alle haben die soziale Anpassungsunfähigkeit gemeinsam. Sie haben keine mangelnde emotionale Bildung wie lange angenommen. Laut einer Studie im Lancet 2006 erfüllen knapp über 1% der Bevölkerung ein Diagnose im Autismusspektrum. Selbst beruflich sehr erfolgreiche Betroffene sind oft sozial isoliert. Sie haben Schwirgkeiten Körpersprache und soziale Signale richtig zu deuten. Viele fachlich kompetente Personen sind arbeitslos oder unterbeschäftigt, da ihr untypischer Wahrnehmungs- und Kommunikationsstil in der Gesellschaft auf Unverständnis trifft. Die nonverbale Lernstörung, Hyperlexie, Dyslexie, Dyspraxie, sensorische Integrationsstörung, Prosopagnosie, AD(H)S, hohe Intelligenz oder visueller Denktyp werden manchmal bei autistischen Menschen diagnostiziert. Es gibt Forschungen an Mäusen mit "Autismus ähnlichem" Verhalten, sowie ein Buch mit dem Titel "Alle Katzen haben Asperger-Syndrom".

Links:
Hier können Sie einen Autismus- Quotient-Test machen
Leitfaden für LehrerInnen für den Unterricht mit Asperger-Autisten der HAK Mittelfranken
Forum Asperger Syndrom an der Hochschule
Das Asperger- Syndrom - odoq.de
Aspies e.V. - Menschen mit Asperger-Syndrom - Selbsthilfeorganisation autistischer Menschen
Aspergia e.V. - Zeitschrift über Asperger, Förderverein und Internetplatform f ür Betroffene
Bundesverband Hilfe für das autistische Kind Vereinigung zur Förderung autistischer Menschen e.V.
Autismus und Computer erforscht Autismus und hilfreiche Ansätze
The School for Autistic Strength Purpose and Independence in Education
University Students With Autism And Asperger's Syndrome

Asperger Syndrome Advocates & Legal Counselors
The National Autistic Society Großbritanien
Autism Europe
World Autism Organisation




Tourettespektrum
Das Tourette-Syndrom (TS) ist eine neuropsychiatrische Erkrankung, die durch Tics charakterisiert ist. Bei den Tics handelt es sich um unwillkürliche, rasche, meistens plötzlich einschießende und mitunter sehr heftige Bewegungen, die immer wieder in gleicher Weise einzeln oder serienartig auftreten können. Die Bezeichnung "unwillkürlich", die zur Beschreibung der Tics verwandt wird, führt manchmal zu Missverständnissen, da die meisten Personen, die von einem TS betroffen sind, eine gewisse Eigenkontrolle über ihre Symptome haben. Vielfach bedeutet Eigenkontrolle, die für Sekunden bis Stunden von der Person wahrgenommen werden kann, in der Regel nur ein zeitliches Hinausschieben schwerer "Tic-Entladungen" und führt selten dazu, daß der unterdrückte Tic überhaupt nicht nach außen kommt. Meist ist der Drang nach der Ausübung des Tics so stark, dass schließlich die Muskelzuckung oder die Lautäußerung doch stattfinden muss (vergleichbar mit dem Drang zum Niesen bzw. mit einem Schluckauf). Menschen mit einem TS suchen oft eine geschützte Umgebung (z.B. Familie), um ihren Symptomen freien Lauf zu lassen, nachdem sie versucht haben, sie bei der Arbeit oder in der Schule zu unterdrücken. Typischerweise nehmen Tics bei ärgerlicher oder freudiger Erregung, innerer Anspannung oder Stress zu. In entspanntem Zustand (z.B. morgens nach dem Aufstehen) oder bei Konzentration auf eine interessante Aufgabe lassen sie eher nach. Kinder zeigen oftmals in der Schule weniger Tics als zu Hause; insbesondere am Abend, wenn die spontane Eigenkontrolle nachläßt, können die Tics vermehrt zum Vorschein kommen.(Anmerkung der Red.: Tics wurden auch schon bei Pferden beobachtet.) Es gibt einen Film mit dem Titel "The Tic Code".
Quelle: Tourette Gesellschaft Deutschland e.V.

Links:
Lehrer- Leitfaden der Tourette Gesellschaft Deutschland e.V.

Geschlechtsidentität
Wenn eine Schülerin sich Lukas nennt und als Junge gesehen werden will, sind die Lehrkräfte erst einmal irritiert. Genauso (wahrscheinlich noch mehr), wenn Tobias den Wunsch äußert, Julia genannt zu werden, ein Kleid trägt und sich die Haare wachsen lässt. Auch die Julias Bitte, im Sportunterricht die Mädchen-Umkleidekabine benutzen zu dürfen, schafft erst einmal Verwirrung. Lukas und Julia durchkreuzen die fast nie hinterfragten Vorstellungen, dass Geschlecht an den Körper gebunden ist und dass es unveränderlich ist. Die überwiegende Mehrheit der Menschen interpretiert menschliche Körper - auch den eigenen - als entweder männlich oder weiblich. Die Interpretation von Julias und Lukas' Körper entspricht aber nicht ihrem Identitätsgeschlecht, also dem Geschlecht, dem sie sich zugehörig fühlen. Meist werden Personen, die sich völlig dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen, als "transsexuell" bezeichnet, "transgender" werden alle Personen genannt, die sich mit ihrem zugewiesenen Geschlecht falsch oder unzureichend beschrieben fühlen oder auch jede Form der Geschlechtszuweisung bzw. -kategorisierung grundsätzlich ablehnen. Menschen, die sich weder als weiblich noch als männlich definieren, sondern einen eigenen Weg suchen, kollidieren mit einer weiteren grundlegenden Vorstellung unseres Geschlechtersystems, nämlich der, dass jeder Mensch entweder weiblich oder männlich ist. Weder/noch oder sowohl-als-auch sind in unserer Gesellschaft leider tabuisierte Lebensformen. Julia und Lukas haben es in unserer Gesellschaft nicht einfach - machen Sie es ihnen ein bisschen leichter, indem Sie Julia als Mädchen und Lukas als Jungen akzeptieren. Dazu gehört auch die Verwendung der entsprechenden Personalpronomen, die erfahrungsgemäß vielen Menschen schwer fällt; und z.B. die Erlaubnis, die Umkleidekabine zu wechseln etc.
Quelle: Wikipedia - Geschlechtsidentität

Links:
http://www.trans-eltern.de/
http://www.transfamily.de/



Weiterführende Informationen
Hilfreiche Informationen zu den hier aufgeführten neurologisch bedingten Phänomenen finden Sie hier:

Kindergarten- Workshop
Grundschulverband
Lehrer Online
Bundeselternrat
die Webseite der Schulpsychologen
Deutsches Studentenwerk:
Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung
Bundesweites Netzwerk Behinderung und Studium de
Studieren.de Studium für Behinderte
Härtefall-Regeln der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS)
Bundesverband zur Förderung von Menschen mit Lernbehinderungen e.V.
Verband Sonderpädagogik
Erkrankungen als Problem und Thema in Schule und Unterricht Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Deutscher Bildungsserver: Angebote für behinderte Studierende
Deutscher Bildungsserver: Behinderung und Studium
Uni Magdeburg: Links der Kultusministerien, Landesinstitute, Bildungsserver und Bundesinstitutionen
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Towards Success in Tertiary Study
Learning Disabilities Online
The Foundation for People with Learning Disabilities
European Agency for Development in Special Needs Education
Learning Disabilities Association of America
Portal über neurologische Vielfalt Neurodiversity.com



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